4. Andere Kölner Vereine

  1. Victoria Köln und Bayenthaler SV » Fortuna Köln
Die Ursprünge der Fortuna gehen auf die Kirche, namentlich dem Jünglingsverein der St.Paul-Gemeinde zurück. Ihr bevorzugter Treffpunkt war die Laterne 13 Ecke Merowinger und Vondelstr. Als es 1911 zum Streit kam spaltete sich die Victoria(!) am 15.05. von der Jünglingssodalität ab. Die Gründung könnte sich im Merowinger Hof am Bonner Wall abgespielt haben, jedenfalls war dies das Verkebshrslokal bis 1948. Man spielte auf den Poller Wiesen, am Kalscheurer Hof, an den Funktürmen, im Volkspark, 1923 nach Beschlagnahme durch die Engländer wechselweise bei Rhenania, CfR, Sülz 07.

Koelner Fussballgeschichte Fortuna - Bayenthal 1947 Schoenhauser Str (Quelle_Lueck wie ich un du)

Koelner Fussballgeschichte Fortuna - Platz an der Schoenhauser Str. (Luftbild) (Quelle_SchaengGaeng.de)

Äußeres Kenzeichen der Mannschaft war ein weißes Stirnband, dass man den Spaniern bei einem Länderspiel in Köln abgeguckt hatte.

Der zweite Fusionsverein der Fortuna ging aus dem ersten hervor. Der Bayenthaler SV spaltete sich 1920 ab, als die Victoria zu klein wurde und gründete sich in der Wohnung von Johann Stüsser. Zunächst spielte man an der Goltsteinstr., dann an der Bonner Str., dessen Platz aber 1923 durch die Engländer beschlagnahmt wurde. Ab 1924 spielte man an der Schönhauser Str.

Die Weichen für die Fusion wurden am 21.02.1948 in einer kleinen Wirtschaft am Karolingerring oder im Saal der Gaststätte Weiser gestellt. Die Fusionsverhandlung der Victoria fand im Casino der Bayenthaler Maschinenfabrik statt.

Der dritte Verein der Fusion war der Sparkassen SV, der 1948 den Sportplatz an der Schönhauser Str. mit einbrachte, auf dem man bis 1967 spielte und der 1974 abgerissen wurde. Von 1967 bis 1978 spielte man in der alten Radrennbahn Müngersdorf, die 1982 abgerissen wurde, ab 1978 spielt man im Südstadion, das heute nur noch von den Amateuren des FC einigermaßen gefüllt wird.


Ursprünglich war die Fortuna ein Bezirksligaverein wie so viele andere auch. Das änderte sich aber mit dem Engagement Hans "Schäng" Lörings, mit dessen Namen die Fortuna bis heute untrennbar verbunden ist. Dieser Verein bildet eine Paradebeispiel für Mäzenatentum, was sich in dem Zitat des Präsidenten Löring zur Entlassung Toni Schumachers äußert: "Ich als Verein musste ja reagieren". Löring war also nicht nur Geldgeber, sondern mit Leib und Seele Fortune.


Koelner Fussballgeschichte Fortuna - Jean Loering (Quelle_Koelner Express)Nach seiner Kindheit in Bonn besuchte Löring die Volksschule in der Annastr., dann das Gymnasium Kreuzgasse, das er allerdings zugunsten einer Elektrikerlehre abbrach, die er in Nippes bei Artur Wolf absolvierte. Später war in der Bayenthaler Maschinenfabrik beschäftigt. Zu dieser Zeit war seine Wohnung in der Koblenzer Str.

Später lagen sowohl seine Firma und die Geschäftsstelle der Fortuna in der Vorgebirgsstraße 1, was wiederum auf eine starke Verbindung des Privat- und Geschäftsmanns Löring mit dem Präsidenten der Fortuna Löring zeigt.

eine sportliche Laufbahn begann beim Bayenthaler SV, der dann in der Fortuna aufging als Mittelstürmer. 1954 wechselte er zum damals zweitbesten Kölner Verein Preußen Dellbrück auf die Mittelläuferposition, von 1958 bis 1960 spielte er als Vertragsspieler in Alemannia Aachen (hier lernet er Vladimir Beara kennen), um danach als Trainer mit Eitorf 09 in die Landesliga aufzusteigen. 1967 übernahm er das Amt des Vorsitzenden bei Fortuna, für das er anfangs auch noch spielte, 1963 stieg man in die Landesliga auf, 1965 in die Verbandsliga, 1967 in die Regionalliga und 1972 in die Bundesliga, wo man sich aber nur ein Jahr halten konnte. Vereinslokal in dieser Zeit war Wenzel am Ring. Durch wirtschaftlichen Misserfolg gerieten sowohl das Elektro- und Rohrleitungsbauunternehmen von Löring als auch der Verein Fortuna Köln selbst 2001 in die Insolvenz. Am 6.3.2005 starb Löring.

Auch wenn man immer wieder versuchte das Fußballoberhaus zu erreichen, die zweite Liga blieb die Heimat der Fortuna, und zwar so sehr, dass man in der ewigen Tabelle der 2. Liga an erster Stelle steht, was auf eine lange Präsenz in dieser Liga zurückzuführen ist. Am knappsten verpasste man den Aufstieg in die Bundesliga als man nach dem Erreichen des Relegationsspiel als Tabellendritter der 2. Liga gegen Borussia Dortmund antreten musste. Nach dem 2:0-Hinspielsieg, führte man bei Borussia schon mit 1:0, aber in der letzten Minute gelang den Dortmundern das 3:1 so dass ein Entscheidungsspiel nötig war, das mit 0:8(!) verloren ging. Der größte Erfolg des Vereins war allerdings die Teilnahme am DFB-Pokal-Endspiel 1983, als man ausgerechnet gegen den 1.FC Köln mit 0:1 verlor. Charakteristisch für diesen Verein ist neben der oben erwähnten Spitzensposition in der 2.Liga die geringste Zuschauerzahl in dieser Liga. Als weiteres Charakteristikum ist zu nennen, dass man immer wieder vom Konkurs bedroht ist. Das wird vor allem im Hinblick auf die große Jugendabteilung und den damit verbundenen Breitensport als kritisch angesehen. Lizenzverlust drohte zum Beispiel bereits in der Saison 19??/?? oder der Saison 2000/01. Ohne Zuschauerresonanz kann offensichtlich auch kein Mäzen auf lange Sicht für gesunde Finanzen sorgen. Sprang man dem Abstieg bereits 1994 und 1999 von der Schüppe, so stieg man in der Saison 1999/2000 in die Regionalliga ab, 2001/02 in die Oberliga. 2004/05 musste man den Spielbetrieb in der Oberliga einstellen, das Insolvenzverfahren konnte nur durch ein Benefizspiel abgewendet werden. Für die Saison 2005/06 wurde man in die Verbandsliga eingestuft.

Weiterführende Links: Schäng Gäng
  1. FC Germania 04 Kalk und FC 05 Kalk » SV 04 Kalk
    SV Kalk und Mülheimer FC » VfR rrh. Köln
    VfR rrh. Köln und Mülheimer SV » Rapid Köln
    Rapid Köln und Preußen Dellbrück » Viktoria Köln
    Viktoria Köln und SC Brück » Preußen Köln
    » Viktoria Köln
Der bekannteste Verein dieser Linie Kölner Fußballvereine ist Viktoria Köln. Daher hat der Verein auch kürzlich seinen Namen von Preußen, wie man nach der letzten Fusion mit dem SC Brück hieß in Viktoria zurückbenannt. Ihre Hochzeit hatte die Viktoria in den späteren 60er Jahren, wo man in der Regionalliga und der 2.Liga Nord eine gute Rolle spielte. Dort trainierte Hannes Weisweiler, und es spielten Leute wie Vladimir Beara, der jugoslawischer Nationaltorwart war oder andere, die ihre Meriten erst in ihrem zweiten Fußballerleben erworben haben, nämlich als Trainer. Erich Ribbeck war Bundestrainer, Gero Bisanz war Bundestrainer der Damen, Willibert Kremer und Jürgen Sundermann waren erfolgreich in der Bundesliga, Günter Harbig und Vladimir Beara, trainierten nachher die Fortuna. Insofern kann man die Viktoria in Verbindung mit der nahen DSHS als Trainerschmiede bezeichnen. Zu dieser Zeit spielte man auch in der Radrennbahn des Müngersdorfer Stadions, die eigentliche Heimat war aber damals wie heute der Höhenberger Sportpark (heute Flughafenstadion).

Hier spielte seit 1931 auch der traditionsreichste Vorgänger der Viktoria, der VfR rrh. Köln während der Fusionspartner Mülheimer SV, mit dem man sich zunächst zu Rapid Köln vereinigte, vom Ockenfels Platz an der Bergisch Gladbacher Straße kam. Hier und auf dem Vingst 05-Platz an der Germaniastr. spielte auch der VfR für zwei Jahre, nachdem man das Stadion Merheimer Heide 1929 abgerissen hatte. Im dritten Reich waren beide Vereine führend in Köln. Beide wurden mehrfach Gauligameister des Mittelrhein, konnten in der Deutschen Meisterschaft aber keine Rolle spielen. 1926 war der VfR bereits Westdeutscher Meister.

Koelner Fussballgeschichte - Preußen Dellbrueck Stadion Et Hoeffge (Quelle_).jpgHatte man jetzt die beiden stärksten Kräfte des rechtsrheinischen Kölns gebündelt, so kam mit Preußen Dellbrück ein noch stärkerer rechtsrheinischer Vertreter auf. Dellbrück 1950 westdeutscher Vizemeister und Halbfinalist um die Deutsche hatte mit dem späteren Nationaltorwart Fritz Herkenrath, den vielleicht bekanntesten Protagonisten in seinen Reihen. Man spielte am "Et Höffchje" in der Bergisch Gladbacher Straße, mit dem Erfolg wechselte man aber wie so viele ins Müngersdorfer Stadion, aber auch in die Riehler Radrennbahn. 1957 fusionierte man mit Rapid Köln zu Viktoria Köln. Ähnlich wie beim FC brachte der eine Fusionspartner den Oberligaplatz mit (Dellbrück), der andere die Spielstätte Höhenberger Sportpark (Rapid).

1994 folgte dann die letzte Fusion mit dem SC Brück, das am Flehbach spielte, zu Preußen Köln. Heute spielt der Vereine in der Oberliga.

  1. VfL Köln 1899
Weidenpescher Park - 30er Jahre (Quelle_Koerper und Geist)Der VfL Köln 99 ist der eigentlich mondäne Kölner Klub. Er ist der erste Fußballverein, der sich aus der Kölner Turnerschaft löste und gewann auch die erste westdeutsche Meisterschaft 1903 (Gegner Ergebnis ???), die er 1905 (Gegner Ergebnis ???) wiederholen konnte. Man startete am 6.Mai 1899 im Fränkischen Hof als Internationaler FC Köln, weil man auch vier Ausländer in seinen Reihen hatte. Im gleichen Monat erfolgte noch die Umbenennung in Kölner FC 99 später Kölner SC 99. Der Platz, auf dem von diesem Verein der erste Kölner Fußball gespielt wurde ist der Exerzierplatz Neusser Tor (gegenüber der Agneskirche). Nach einem kurzen Zwischenspiel an der Mülheimer Heide, konnte man sich 1903 mit dem Weidenpescher Park eine sportliche Heimat schaffen. 1920 wich man auf den A-Platz der Anlage aus.

Koelner Fussballgeschichte - Mannschaftsbus 1923 (Verkehrsschwierigkeiten zu Zeiten der Inflation) (Quelle_Fussball und Leichtathletik).jpg Die wichtigste Persönlichkeit des Kölner SC 99 ist Peco Bauwens, der Spieler des Vereins, DFB-Funktionär, und Internationaler Schiedsrichter war. Von 1945 bis 1962 war er DFB-Präsident. Da der Kölner FC 99 bis 1914 zu Westdeutschlands ersten Adressen gehörte, hat aber noch einige Nationalspieler in seinen Reihen.

Der zweite Ursprungsverein des heutigen VfL 99 ist der Club für Rasenspiele (CfR) Köln, der bis 1914 noch Borussia Köln hieß und der Verein war, aus dem sich der Kölner BC 01 einer der beiden Vorgängervereine des 1.FC Köln gründete. Er hatte seine Heimat an der Amsterdamer Str.

Die Gründungsversammlung zum VfL Köln 99 am 13.07.1937 fand in der Wolkenburg statt. Seit 2000 spielt man an der Bezirkssportanlage Scheibenstraße.
Die beiden nächsten Vereine sollen hier nur Erwähnung finden, da es sich um uralte Kölner Vereine handelt, die obendrein auch noch erfolgreich waren.

  1. SC BW 06 Köln
Der SC BW 06 Köln startete als BW Lindenthal und hatte lange im Lindenthaler Kessel an der Gleueler Ecke Mommsenstr. (1919-1979) seine Heimstatt. Heute spielt man am Fort Deckstein. Nach einer Fusion im Jahr 1950 zwischen SC BW Lindenthal und Grün-Weiß 1906 Köln nannte man sich SC BW 06 Köln. 1974 fusionierte man mit FSV 1961 Gebäudereiniger Köln zu SC BW Gebäudereiniger Köln. Heute heißt man wieder SC BW 06 Köln.

Vereinschronik SC BW 06 Köln
  1. Rhenania Köln und Phönix Köln » SC West Köln
Der SC West Köln ist der Verein im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. 1948 fusionierten Rhenania Köln und Phönix Köln zu SC West Köln. Rhenania Köln war wiederum eine Fusion aus dem Jahr 1908 zwischen dem Köln Ehrenfelder SV 1906 und der Ehrenfelder SV Rhenania. Der Köln Ehrenfelder SV 1906 war ein Zusammenschluss zwischen SuS 06 Ehrenfeld und FC Borussia Köln aus dem Jahr 1908. Seit 1945 spielt man an der Apenrader Str.

Dass es anfangs in ganz Köln keine Freiräume für die spielende Jugend gab, zeigt dass der Verein aus Ehrenfeld seine ersten Sportplätze um die Jahrhundertwende an der Mülheimer Heide und dann am Vorgebirgstor/Lindentor hatte.
  1. Adressen
Adressen 1902
Koelner Fussballgeschichte - Adressbuch 1902 (Quelle_Stadt Koeln)
Adressen 1905
Koelner Fussballgeschichte - Adressbuch 1905 (Quelle_Stadt Koeln)
Adressen 1911
Koelner Fussballgeschichte - Adressbuch 1911 (Quelle_Stadt Koeln)
Adressen 1914
Koelner Fussballgeschichte - Adressbuch 1914 (Quelle_Stadt Koeln)
  1. Namensentwicklung Koelner Vereine
Koelner Fussballgeschichte - Namenstwicklung Koelner Vereine (Quelle_Thilo Schlüsener)